Büros zu Wohnungen umbauen

In der Stadt Düsseldorf wurde der Entschluss gefasst, die leer stehenden Büros im Stadtgebiet zu Wohnungen umzubauen. Es sind viel zu viele leere Büros da, die kein Mensch mehr vermieten oder verkaufen kann. Im Gegensatz dazu ist ein riesiger Bedarf an Wohnungen vorhanden, der kaum noch abgedeckt wird durch die Neubauten oder das Wegziehen ansässiger Menschen. Der Planungsdezernent der Stadt Düsseldorf, Dr. Gregor Bonin, äußerte sich gegenüber der Rheinischen Post, dass es für dieses Umdenken schon lange Zeit war. Die Wiedergeburt, die Renaissance der Innenstadt ist es, die in die Tat umgesetzt werden soll.

Warum Büros leer stehen

Es gab eine Zeit, in der schossen die Bürokomplexe nur so aus der Erde. Man konnte beobachten, wie auch schöne Altbauwohnungen in den Städten in Deutschland einfach nicht mehr vermietet wurden, die Räumlichkeiten zu Büros umgebaut wurden. Alles konzentrierte sich auf den Stadtkern: Notariat und Rechtsanwaltskanzlei, Architekturbüro und Steuerberater: Alles siedelte sich im Kern, im Getümmel der Stadt an. Dafür wurden dann zum Teil Wohngebiete am Stadtrand geschaffen. Doch eine Wende trat ein: Viele Innenstädte litten unter der Flucht der Menschen in die Wohngebiete außerhalb. Wer immer es vermochte, sparte sich weite Wege in die Innenstädte, in denen die Parksituation zu wünschen übrig ließ und die Parkplätze schnell vergriffen und sehr teuer waren. Es schien fast, als wollen sich die Bewohner der Städte für die Vertreibung aus dem Stadtkern rächen: Viele Büros und Arztpraxen mussten sich der veränderten Situation wieder anpassen, suchten neue Räumlichkeiten in der Nähe der bewohnten Stadtteile.

Zurück blieben einige leere Büros, deutlich lesbar die Schilder „zum Verkauf“ oder „zu vermieten“ in den Fenstern und Türen. Doch niemand interessierte sich mehr für diese leeren, einst von Kinderlachen und Geruch nach Mittagessen durchfluteten Gebäude. Für Mieter uninteressant, für Geschäftsleute aber auch, begann ein Verfall der Gebäude seinen Lauf zu nehmen.

Rückbau vom Büro zur Wohnung

Aus Büros Wohnungen zu machen, ist mit einigem Aufwand verbunden: Es müssen Zwischenmauern eingezogen werden, die manchmal zu kleinen Fenster könnten ein Grund sein, dass zu wenig Licht für ein Architekturbüro oder eine helle Praxis in die Räume dringt. Also müssen auch große Fenster eventuell eingebaut werden. Soll nun ein Büro in eine Wohnung zurückgebaut werden, ist der Aufwand in umgekehrter Weise oft ebenso aufwendig. Hier gilt es, die Zwischenmauern wieder zu entfernen, die aus den großen Räumen kleine Büros machten, nun aber wieder im Wege sind. Nicht selten hat man bei den Umbaumaßnahmen große Wohnungen unterteilt, um mehrere Mieter kleinerer „Büropakete“ ansprechen zu können. All dies muss nun „ungeschehen“ gemacht werden, denn nur kleine Apartments als Mietobjekte anzubieten, ist auch nicht unbedingt eine optimale Grundlage, den Stadtkern wieder zu beleben. Ein gesundes Mischungsverhältnis zwischen großen und kleinen Wohnungen, zwischen denen aber durchaus kleine Läden, Szene Kneipen und Büros gelegen sind, wären die perfekte Situation für einen Stadtkern, der Leben und Wohnen in sich vereint.

Statt die vielen Wohnungen beziehungsweise Büros leer stehen zu lassen, wäre es für die Besitzer gut, die Rückbaumaßnahmen mitzumachen und damit auch wieder eine Aussicht auf Vermietung zu haben. Wer sich aufgrund jahrelanger Mietausfälle schon die Sanierung nicht mehr leisten kann, tut gut daran, einen Verkauf in Erwägung zu ziehen. Gerade, wenn in einer Stadt, wie Düsseldorf, ein gemeinschaftlicher Umschwung zum Wohle der Stadt und des Lebens darin besprochen wird, dürften auch die Preise für die Immobilien wieder ein wenig nach oben gehen. Vielleicht ist die Ausgangslage nicht so gut, dass aus dem leeren Bürokomplex plötzlich wieder eine solide Altersvorsorge oder eine rentable Anlage wird. Dennoch sollte man sich dem Umschwung, der in vielen kleinen und großen Städten gerade einmal wieder geschieht, nicht verschließen und das beste aus der Situation machen.

Wohnungssituation konkret in Düsseldorf

Durch die knapp bemessenen Baugründe im Stadtgebiet von Düsseldorf kann kaum noch neu gebaut werden; zumindest nicht in dem Maße, wie Wohnungen benötigt werden, um die Stadt weiterhin wachsen und moderner werden zu lassen. Eine moderne Stadt ist nur möglich, wenn junge Familien sich ansiedeln. Die Stadt für die jungen Menschen attraktiv zu machen, ist ein Ziel der geplanten Aktion. Trauer um die Büros, die ohnehin niemand mehr haben will, ist nicht angesagt; eher Freude über die positive Veränderung.

Was Bonin in Düsseldorf, bundesweit immerhin auf Platz Fünf der Rangliste mit den meisten leer stehenden Gebäuden, durchsetzt, möchten die Stadtväter anderer Orte ebenfalls in die Tat umsetzen. Ein Gedankenumschwung, hin zu einem attraktiven Stadtbild, in dem das Leben in den Wohnungen, aber auch in den Parks dazwischen wieder pulsiert: Das ist es, was die Städte von heute brauchen. Attraktive Geschäftsgebäude aus den vergangenen Jahrzehnten können durchaus zu modern geschnittenen, komfortablen Wohnungen werden. Bevor sie verfallen und weitere Jahre leer herumstehen, ist dies ein sehr sinnvoller Ansatz.