Wohnungen im Alter

Im Alter werden Wohnungen manchmal zu einsamen und tristen Orten. Die Krankheiten, die mit dem Alter nun einmal einhergehen, machen ein Verlassen der eigenen Räume manchmal unmöglich. Die Familie steht voll im Berufsleben, hat Kinder und andere Verpflichtungen, so dass man auch hier nicht unbedingt Abwechslung, Hilfe oder Zuwendung erfahren und erwarten kann. Vielleicht kommt alle paar Tage jemand vorbei, um bei den nötigsten Besorgungen zu helfen oder ein wenig zu einer Tasse Kaffee Gesellschaft zu leisten. Das war es aber auch schon und dann ist das TV Gerät wieder die einzige Auflockerung eines ansonsten sehr einsamen Tages. Manchmal wohnt die Familie aber auch einfach viel zu weit weg, was sich dann erst als Problem erweist, wenn die Eltern oder Großeltern nicht mehr alleine zu Recht kommen.

Auch finanzielle Not durch eine einfach viel zu knappe Rente kann ein Grund sein, warum alte Menschen in ihren Wohnungen vereinsamen. Sie können sich keine passende Kleidung mehr kaufen, keine gesellschaftlichen Kontakte mehr knüpfen. Das Geld fehlt selbst für eine Tasse Kaffee oder einen Besuch eines Seniorennachmittages. Die Wohnungen werden zum Gefängnis, weil die Rente nur für das Nötigste reicht. Zurückgezogen und verbittert leben diese Menschen dann, abseits aller Freundschaften und Besuche. Manchmal sind ein Hund oder eine Katze, mit denen die Senioren das wenige Geld noch teilen, der einzige Lichtblick nach dem Tod des Lebenspartners. Bezahlte häusliche Pflege oder eine Unterbringung im Seniorenheim kommen für viele nicht in Frage, so lange sie noch die Kraft haben, wenigstens das Wichtigste selbst zu erledigen.