Taubendreck auf dem Balkon der alten Wohnung

Lange Zeit hatten wir in der alten Wohnung Ruhe, doch schon beim Einzug hatten uns Nachbarn erzählt, dass öfters einmal Tauben die Angewohnheit hatten, sich in unserem Wohngebiet einzunisten. Dann war binnen Tagen alles voller Taubendreck. Sobald ich eines der Tiere zu Gesicht bekam, war ich voller Panik, doch erst, als sich die gurrenden Zeitgenossen beim Nisten auf unserem Dach erwischte, wusste ich, dass nun die Zeit gekommen war, etwas zu unternehmen. Sofort informierten wir Mieter unsere Vermieter, denn die Wohnung, die wir bewohnten, hatte einen anderen Besitzer, als andere im Haus.

Der Vermieter war ratlos, willigte aber ein, eine Hausversammlung aus allen Beteiligten beizuwohnen. Nicht nur wir, sondern auch andere Mieter hatten sich schon über das Thema Taubenabwehr informiert. Wir wollten kein sinnloses Morden der Tiere bezwecken, sondern einfach, dass sich die Tiere woanders ansiedelten, wo sie nicht für Krankheiten und Unrat sorgten. Warum auf dem Dach über den Wohnungen noch keine Netze oder Drähte angebracht waren, verstanden wir allesamt nicht. Bei der Hausversammlung stellte sich heraus, dass damals mit Gift gearbeitet wurde. Schon wegen unseren Kindern wollten wir das diesmal nicht. Überraschender Weise erklärten sich alle Besitzer von Wohnungen in unserem Haus bereit, eine vernünftige Taubenabwehr zu finanzieren. Sie sahen ein, dass es wirklich besser war, jetzt etwas für Haus und Wert zu tun, als dann in einigen Monaten für riesige Renovierungen bezahlen zu müssen. Es war in wenigen Tagen erledigt. Die Tauben haben sich bald andere Wohnungen für ihre Jungen gesucht. Wir waren froh, denn der Taubendreck war einfach ein lästiges Übel.