Reinlichkeit in einer Wohnung

Schon in der alten Wohnung war es so, und auch im neuen Haus hat sich daran nichts geändert: Ich möchte eine saubere, aber nicht sterile Wohnung. Ich habe kein Problem damit, wenn ich es am Abend einmal nicht schaffe, die Kinderzimmer noch auf Hochglanz zu bringen. Auch, wenn vielleicht die letzte Teetasse des Abends noch in der Küche steht, ist das nicht gleich ein Weltuntergang. Auch, seitdem wir unseren Hund haben, gehören Desinfektionsmittel nicht zur Putzmittel Ausstattung meiner Wohnung. Sicher müssen wir seither öfters einmal nasse Pfotenabdrücke wegwischen, doch ich sehe es nicht ein, die Wohnung zu einem Krankenhaus umzufunktionieren, und den ganzen Tag nur mit dem Putzlappen durchs Haus zu rasen.

Man kennt sich ja gar nicht mehr aus, wie man vorgehen soll: In der Werbung erzählen sie nur noch von Superreinigern, die alles perfekt bakterien- und schmutzfrei machen. Gut, in welcher Wohnung sieht es wirklich so dreckig aus, wie in den Spots, in denen bewiesen werden soll, wie gut die verschiedenen Putzmittel doch sind? Wer hat schon fingerdick eingebrannte Essensreste auf dem Ofen? Eigentlich niemand. Wenn es so aussehen würde, würde ich vielleicht auch mit einem desinfizierenden Mittel ans Werk gehen, um die Wohnung wieder in einen gesundheitlich unbedenklichen Zustand zu bringen. Da aber, so denke ich, die meisten Menschen nicht so leben, weil sie es gar nicht erst so weit kommen lassen, ist das doch alles Humbug. Eine zu sterile Wohnung, hört man ja immer wieder, macht die Menschen anfälliger, wenn sie dann doch einmal mit Schmutz und Bakterien in Kontakt kommen. Sauberkeit und Ordnung in der Wohnung ist wichtig, doch alles im Rahmen des Menschlichen, oder?