Antike Möbel für die Wohnung

Neulich hatte ich eine Diskussion mit einer Arbeitskollegin. Es ging um die Art, wie man eine Wohnung einrichtet. Sie selbst war absolut begeistert von antiken Möbeln. Ich wiederum fand die alten Stücke wunderschön anzusehen, hielt aber selbst nicht viel davon. Nicht in meiner Wohnung. Meine Kinder sollten nicht als eine der wichtigsten Aussagen ihrer Eltern den Satz: „Pass auf die gute Couch auf!“ hören. Unsere Möbel waren gut, nicht zu modern, nicht zu spießig. Als ich meine Argumente vorbrachte, war die Kollegin beinahe pikiert. Ich erklärte mich weiter. Was man doch alles mit dem Geld machen könne, denn richtige antike Möbel seien ja auch nicht billig. Sie entgegnete, dass es doch ein Zeichen von Status und Wohlstand sei, wenn man sich so schön, wie möglich, einrichtete.

Beinahe kam es mir vor, als fühle sich die Kollegin persönlich angegriffen. Dabei wollte ich doch nur meine Meinung äußern, nämlich darüber, wie unzweckmäßig ich antike Möbel für eine Wohnung halte, in der Kinder und Haustiere ihr sprichwörtliches Unwesen treiben. Ich weiß nicht, ob ich meine Meinung einmal ändern würde, wenn ich älter werde. Am Abend erzählte ich meinem Mann von dem Gespräch. Auch er stimmte mir zu, dass er antike Möbel nicht in der Wohnung haben wolle. Er ging noch weiter und meinte, so etwas gehöre in ein Schloss oder ein anderes historisches Gebäude. Unsere Wohnung gefiel uns. Es war unser Reich, nicht unser Statussymbol.

Am nächsten Tag entschuldigte ich mich bei meiner Kollegin, weil ich vielleicht doch etwas zu harsch meine Meinung über Wohnung und antike Möbel kundgetan hatte. Sie meinte: „Schwamm drüber! Jeder nach seiner Fasson, oder?“