Weihnachten im neuen Haus

Das erste Weihnachtsfest rückt näher. Die Wunschzettel der Kinder sind geschrieben, der Adventskranz im Wohnzimmer ist Mittelpunkt unserer Abende. Die Kinder wünschen sich einige Spielsachen, aber auch Wünsche für ihre Zimmer sind noch einmal aufgetreten. Sonja wünscht sich neue Vorhänge, Sarah einen anderen Schreibtisch und Sven eine Regalwand für seine Spielzeugautos und Bücher. Wann immer mein Job es zulässt, und die Kinder nach den Hausaufgaben Zeit haben, backen wir Plätzchen. Die Hälfte davon ist immer gleich verschwunden. Würde ich so viele süßen Sachen essen, wäre ich schon 10 Kilo schwerer, aber den Kindern macht das scheinbar nichts. Bei mir wäre schon längst wieder eine Fastenkur fällig.

Langsam muss ich auch einmal überlegen, was es an Weihnachten zu essen gibt. Schließlich feiern wir alle den Heiligen Abend und den zweiten Feiertag bei uns. Der Baum steht schon draußen vor dem Haus, natürlich noch im Netz und schön verpackt, dass er frisch bleibt. Die Kugeln sind noch im Keller, aber die Lichterketten, die ich nach und nach für die Fenster der alten Wohnung gekauft hatte, haben ihren Platz auch in den neuen gefunden. Sie waren nur viel zu wenig. Ein Nikolaus, der sich am Seil zum Dach hoch zieht, und ein Rentierschlitten im noch unfertigen Garten mussten auch neu gekauft werden. Aber solche Sachen hat man ja einige Jahre, es war also keine sinnlose Investition. Den Kindern das Weihnachtsfest und die Adventszeit so schön, wie möglich zu gestalten, ist ja nicht nur von Plätzchen und Stollen abhängig. Auch Kerzen und Lichter gehören für mich da unweigerlich dazu.

Heute Abend, spätestens morgen werden ich einmal die Geschenke einpacken. Zumindest die, die ich schon habe. Einige Bestellungen aus Online Shops sind noch nicht da, in die Stadt muss ich auch noch einmal. Ich hatte mir zwar vorgenommen, dieses Jahr Weihnachten nach dem stressigen Hausbau besonders ruhig anzugehen, aber wie immer: Der Stress lässt sich eben niemals ganz vermeiden. Torsten bekommt natürlich auch etwas besonders Schönes. Ich möchte ihn mit einem Skiurlaub überraschen. Das Geld dafür habe ich mir verdient, als ich meiner Chefin einige Notsituationen erleichterte. Torsten weiß nichts davon, dass ich eine kranke Kollegin vertreten habe und einige Vormittage mehr gearbeitet habe. Dieses Geld ist für den Urlaub, da wir es ja sonst auch nicht gehabt hätten. Österreich, vielleicht das Gebiet der Tauplitzalm, wäre beim bevorzugtes Gebiet, aber das lasse ich meinen Schatz entscheiden. Er hat so viel gearbeitet, im letzten Jahr, das muss ich einfach honorieren. Ich bin gespannt, was ich bekomme. Die Kinder sind manchmal sehr verschreckt, wenn ich unerwartet ein Zimmer betrete. Sie haben rote Bäckchen und leuchtende Augen, ein Zeichen, dass es ihnen gut geht, sie Spaß haben und vielleicht auch ein Geheimnis aushecken.

Die Abende, an denen es früh dunkel wird und natürlich die Lichter in den Fenstern machen uns das Kuscheln, Spielen und auch das Eheleben wieder besonders schön. Die Vertrautheit sowohl zwischen Eltern und Kindern, aber auch zwischen meinem Mann und mir könnte gar nicht besser sein. Und das kosten wir auch aus, wann immer wir Zeit haben. Und noch einmal muss ich betonen, dass auch das Weihnachtsfest ganz anders ist, wenn man es im eigenen Haus feiern kann, mit genug Platz für den Baum, mit einem fröhlich kläffenden Hund und lieben, zufriedenen Kindern. Der Heilige Abend kann kommen.