Putzvorführung in der neuen Wohnung

Ich hielt es am Anfang für eine Schnapsidee, als meine Freundin mich fragte, ob ich nicht auch einmal eine Putzvorführung in meiner Wohnung abhalten möchte. Es funktioniert nach dem alten, bekannten Prinzip: Es kommt jemand ins Haus, bringt eine Menge Putzutensilien mit, die er natürlich verkaufen möchte.

Zu diesem Zweck lädt man viele Freunde oder Freundinnen ein, die sich dann alle für die Artikel begeistern wollen. So manches Fenster in der Wohnung wird dann geputzt, der Wohnzimmerschrank staub- und nikotinfrei gemacht und auch der Backofen wird unter die Lupe genommen. Nur widerwillig ließ ich mich auf diese Putzparty ein.

Der Mann, der ins Haus kommen wollte, rief mich einige Tage vorher an. Ich solle ja nichts putzen, er würde bei der Vorführung seiner Wunderlappen und Reinigungsmittel vieles erledigen. Ich bekäme ein Set der Lappen geschenkt und mehr, wenn meine Freundinnen auch etwas kaufen würden. Das mit dem Putzen überlegte ich mir. Schließlich würden neugierige Augen jeden Winkel meiner Wohnung inspizieren. Also wurde der Tax X zu einem wahren Stress für mich. Alles musste glänzen und blinken. Ich wollte mich nicht blamieren.

Als der Mann jedoch über den Fernseher wischte, war eine eindeutige dunkle Verfärbung des Lappens nicht zu übersehen. Gott, war das peinlich. Auch aus dem Backofen holte er trotz meiner Bemühungen, alles sauber zu haben, einige schwarze eingebrannte Flecken heraus. Scheinbar waren alle Damen überzeugt, denn jede kaufte etwas. Meine Provision war nicht schlecht, die des Verkäufers wohl auch nicht.

Als ich einige Freundinnen nach dem Ergebnis der ersten Putzorgien in der eigenen Wohnung fragte, berichteten alle von den schwarzen Spuren nach dem Abwischen des Fernsehers und nach der deutlichen Säuberung ihrer Herde. Ich war beruhigt.