Eine Nanny muss ins Haus

Manchmal gibt es Situationen, in denen man nicht so handeln kann, wie man es will. Eine Nanny musste ins Haus, weil ich ins Krankenhaus und anschließend auf Kur musste. Mein Mann konnte aus seinen beruflichen Verpflichtungen nicht herauskommen; meinen Eltern und Schwiegereltern kann man die Kinder samt Haushalt und allen Verpflichtungen rund um Hausaufgaben, Haus und Garten nicht mehr vollkommen zumuten. Da ich schon allein mit einem mehrwöchigen Aufenthalt im Krankenhaus zu rechnen hatte und auch die Kur nicht unter drei Wochen zu erledigen war, musste schnell und baldmöglichst eine Nanny gefunden werden, die mein Vertrauen erzielen konnte, der ich meine Kinder und mein Leben für diese Zeit übergeben konnte.

Über die Krankenkasse bekamen wir einige Adressen, aber natürlich wollten wir niemanden völlig Fremden ins Haus holen. Wir veranstalteten eine Art Casting, in welchem wir Sympathie, Kompetenz und auch die Reaktion der Kinder testeten. Kochen sollte sie können, aber auch nett und ein Kumpel sein. Mir war zudem wichtig, dass sie verheiratet war, und nicht die Absicht haben könnte, sich meinen Mann zu schnappen. Man weiß ja nie. Eine Kandidatin war uns allen gleich vom ersten Moment an sympathisch. Allerdings konnte sie nur unter einer Bedingung als Nanny in unser Haus kommen. Sie wollte ihr Baby mitbringen. Das war natürlich kein Problem.

Es funktionierte, bis auf einige Pannen, die nun einmal passieren, alles reibungslos. Meine Mutter und meine Schwiegermutter überhäuften unsere Nanny mit guten Ratschlägen und Hilfsangeboten, so dass sie mir aus der Ferne schon bald leid tat. Maria wurde eine gute Freundin der Familie. Sie steht nun auch nach der Zeit, die ich von zu Haus weg war, als Babysitter zur Verfügung. Es ist gut, einen Menschen zu haben, auf den man sich verlassen kann.