Ein neuer Garten: der Gartenteich
Die Folie für unseren Gartenteich vor dem neuen Haus hatten wir schon lange zu Hause. Als ein Laden bei uns in der Stadt Ausverkauf hatte, war die 70 Prozent reduziert. Da mussten wir natürlich zuschlagen. Am Übergang von der Terrasse zum Garten war ein kleiner Abhang, in diesen solle der Gartenteich eingelassen werden. Auch hier trauten wir uns nicht ohne Hilfe an die Arbeit. Mein Vater war hier der Fachmann. Vor meinem Elternhaus waren, seit ich denken kann, immer Fische im Teich, den mein Vater immer wieder erneuerte und umgestaltete. Hier zu sitzen, war schon in Kindertagen wunderschön. Dieses Erlebnis und dieses Glück wollte ich meinen Kindern nicht vorenthalten. Auch Torsten war meiner Meinung. Allerdings sollten bei uns die Goldfische Einzug halten, keine Koi Karpfen, wie bei meinem Vater.
Mit der Folie allein war es nicht getan. Mein Vater fragte uns nach unseren Vorstellungen. Es sollte ein Teich werden, der sich über mehrere Etagen durch den kleinen Abhang verteilte. Die entsprechende Pumpe gab es im Baumarkt. Aber wie das ganze stabil zu bekommen wäre, wussten weder Torsten noch ich. Da war jetzt mein Vater der Heimwerkerkönig. Er zeichnete einen Plan, an dem wir noch kleine Korrekturen vornahmen, danach bat er darum, dass man ihn einfach machen lasse. Gesagt, getan. Torsten und die Kinder fuhren ins Bad, ich mit meiner Mutter einkaufen. Auch im Gartencenter fuhren wir vorbei. Wir sollten zwar einige Pflanzen von den Eltern bekommen, aber einigen Zubehör und eine schöne große Schilfstaude wollte ich doch selbst besorgen. Im Baumarkt trafen wir meinen Vater. Auch er war unterwegs, um noch einiges Material zu besorgen. „Frag nicht, ich mach das schon.“ So fertigte er mich ab und ließ uns stehen.
Als wir am Abend nach Hause kamen, war Vater immer noch zu Gange. Er ließ gerade das Wasser in den Teich, um den herum es aber noch wüst und unordentlich aussah. Siehe da, das Wasser nahm genau die Wege, die es sollte. Um den Rest wollten wir uns am nächsten Tag alle zusammen kümmern. Der Rücken meines Vaters schmerzte, also ließ ich ihm ein Bad im Whirlpool ein, während Mutter und ich das Abendessen zauberten. Es gab natürlich das Leibgericht meines Vaters, Schnitzel und Salat. In der Zwischenzeit war auch Torsten mit den Rackern wieder zu Hause. Die Eltern blieben im Gästezimmer über Nacht, weil wir ja am nächsten Morgen früh weiter arbeiten wollten. Wie schön wäre ein Frühstück auf der Terrasse gewesen, doch die Gartenmöbel waren immer noch nicht ausgesucht oder bestellt. Also wurde im Esszimmer gespeist, und dann ging es zu siebt in den Garten hinaus. Am Nachmittag musste mein Vater dann eben weg. Die Pflanzen waren alle ausgebracht. Einige blühende Elemente hatte ich gekauft, und auch ein paar Verzierungen gab es schon. Als Vater zurückkam, hatte er den familieneigenen Anhänger am Wagen. Darauf waren – ich traute meinen Augen nicht – sechs Stühle und ein Tisch aus seinem Garten. „Das schenk ich euch! Ich kauf mir was neues.“ Jubelnd fiel ich ihm um den Hals.
Immer noch war nichts von einem Blumenbeet zu sehen, immer noch war kein Ernteerfolg zu erwarten. Doch unser Garten hatte sich vom Acker zum gefühlten Paradies entwickelt. Wieder einmal war es Zeit, nicht nur auf den Erfolg anzustoßen, sondern auch ganz laut ein dickes Dankeschön auszusprechen. Ach ja. Aus einem Eimer zauberte mein Paps auch noch zwei Fische heraus. Dies waren die ersten Bewohner unseres Gartenteichs. Bello blickte argwöhnisch auf die stummen Zeitgenossen, die bis zum Ufer schwammen, um ihr neues Reich zu erkunden. Aber unser Hund und Wasser sind absolut inkompatibel. Die Teichbewohner müssen sich also keine Sorgen machen, außer, die Nachbarskatze schaut vorbei.