Der erste Feiertag – Klatsch und Tratsch zum Hausbau

Wieder ist es Abend geworden, aber wieder will ich meine Gedanken festhalten. Heute hatten wir einmal richtig Zeit, uns mit Warren und Silvia zu unterhalten. Wir waren zum Mittagessen verabredet, die Kinder waren bei den Schwiegereltern. Wir hatten also ungestörte, unbegrenzte Zeit. Wir holten die beiden ab und fuhren zu unserem Lieblingschinesen, wo wir einen Tisch bestellt hatten. Natürlich waren unsere Immobilien das Hauptgesprächsthema.

Warren berichtete mit seinem Akzent, dass er manchmal am liebsten aufgegeben hätte. Der Umbau war von extrem vielen Pannen begleitet, von denen die beiden nun schwatzend berichteten. Wir konnten nicht anders, wir lachten. Auch wir waren nicht immer nur vom Glück geküsst. Vor allem die Geschichte vom zusammengekrachten Bett amüsierte die beiden. Alle Bauabschnitte wurden durchgesprochen, verglichen, diskutiert. Wir redeten und redeten. Ich dachte daran, den beiden das Fotobuch noch zeigen zu können. Das wollten wir dann beim Kaffee zu Hause machen. Auch die richtige Besichtigung unseres Hauses stand noch bevor. Beim ersten Wiedersehen hatte ich auch daran nicht gedacht.

Der nächste Lachanfall erfolgte, als Silvia, bei uns daheim angekommen, aus ihrer Handtasche just in dem Moment das eigene Bilderbuch vom Hausbau herauszog, als ich es aus dem Schrank holte. So konnten Torsten und ich uns auch ein Bild davon machen, wie die beiden wohnten. Eigentlich auch nicht schlecht, aber ich war sehr glücklich mit unserem Haus und hätte für nichts auf der Welt mit dem Abenteuer Australien getauscht. Über einen Besuch können wir ja einmal reden, auch wenn die Reise mit fünf Personen nicht gerade billig werden wird. Etwas einschränken müssen wir uns durch die Raten ja doch. Silvia bestätigte mir die Meinung, jedoch anders herum. Das eingezwängte Leben in die deutschen Sitten und Gebräuche war ihr lange fremd geworden.

Tür an Tür werden wir beide wohl nie wieder leben können. Einmal im Jahr ist ihrerseits ein Besuch in der Heimat geplant. Darauf und auf das Internet mussten wir uns also beschränken. Ich hatte einige Freundinnen, aber keine so gute, wie sie. Einen Stich versetzte mir das plötzliche Bewusstsein, dass es nie wieder so werden würde, wie zu unserer Schul- und Singlezeit, dann doch. Auch jetzt denke ich noch darüber nach, was wir für schöne Zeiten erlebt haben. Ich muss morgen unbedingt einmal in den Fotoalben blättern. Aber halt, morgen ist das große Familienessen. Ich sollte schnellstens ins Bett. Die Fotos dann eben übermorgen.