Das Müllproblem im neuen Haus

Als wir umgezogen waren, hatte ich eine Sache total aus den Gedanken verdrängt. Es musste ja noch eine Möglichkeit zur Mülltrennung geschaffen werden. Ich hatte keine Lust, jedes einzelne Stück Papier in die Altpapiertonne zu tragen. Dass der Restmüll öfters aus dem Haus getragen werden muss, war ja klar. Wohin aber mit Dosen, Flaschen und Plastik, den nervigen Pfandflaschen, die so viel Platz wegnahmen? Woanders gab es ja diese gelben Säcke, aber wir mussten unseren Recycling Müll zum Wertstoffhof beziehungsweise zum Container bringen. Jeden Tag diese Runde zu drehen, das hatte ich nicht vor.

In meiner Küche wollte ich die Sachen auch nicht haben. Also kam eigentlich nur noch die Speisekammer in Frage. Hier stellte ich einige Behälter auf, die wir dann immer samstags, wie alle anderen konservativen Immobilienbesitzer, zum Wertstoffhof bringen würden, um sie zu entleeren. Dass die Ordnung hier schwerer zu halten war, als ich zunächst dachte, stellte sich sehr bald heraus. Die Kinder wollten oder konnten manche Materialien nicht unterscheiden. Außerdem war es nicht leicht, so viele Behälter unterzubringen, wie es die Mülltrennung vorschrieb. Dosen und alles andere musste sauber ausgewaschen werden, wenn man nicht Gestank und Fliegen im Haus haben wollte. Mit der Zeit spielte sich das ein, worüber ich ganz froh bin.

Dennoch ist es ein ganz schöner Aufwand, den die Konsumwelt von heute den Menschen aufbürdet. Will man hier wirklich alle Richtlinien befolgen, ist man nach dem Einkauf mit der Mülltrennung länger beschäftigt, als mit dem Kauf der Waren an sich. Mittlerweile nehme ich schon die Hälfte der Umverpackungen nicht mehr mit, um nicht so viel Müll im Haus haben zu müssen.