Das erste Silvester im neuen Haus

Wie das erste Weihnachtsfest waren auch die ersten Silvesterpläne im neuen Haus etwas Besonderes. Die Kinder fragten schon seit dem Heiligen Abend, ob sie denn auch aufbleiben dürften. Bisher waren sie immer von selbst eingeschlafen, egal, ob sie bei den Großeltern waren, oder bei uns. Also erlaubten wir es ganz großzügig. Es sollten alle Freunde zu uns kommen, mit denen wir sonst auch feierten. Jeder wollte etwas mitbringen, so dass ich nicht ganz so viel Arbeit hatte. Auch die Besorgung der Getränke wurde unter allen Anwesenden aufgeteilt. Was ich nun noch besorgen musste, waren einige Sitzgelegenheiten und Torsten wollte partout nicht auf ein kleines Feuerwerk verzichten. Er war manchmal eben doch noch ein kleines Kind. Ich persönlich halte von dieser Ballerei recht wenig, Auch unser Bello machte mir Sorgen. Er hatte die Knallerei noch nie erlebt und deshalb war ich da etwas skeptisch. Mein Mann wischte alle Bedenken vom Tisch. „Das ist ein Dackel, der ist schussfest!“ Nun gut, sollte er Recht bekommen.

Am Abend trafen die Gäste ein. Viele von ihnen hatten das neue Haus noch gar nicht gestehen. Ich wurde kaum fertig, so oft musste ich einen Rundgang machen. Mancher Besuch während der Bauzeit war der letzte Stand, auf dem die Bekannten waren. Sie bewunderten die tolle Aufteilung, fanden den Wintergarten und alles andere toll. Sogar etwas Neid klang durch, wegen unseres Wasserbettes und wegen dem Whirlpool im Badezimmer. Aber ich wollte feiern, etwas trinken, lustig sein. Also beendete ich die Führungen immer schneller und schickte dann sogar Torsten einmal um die Runde. Irgendwie nervte mich das, was mir noch vor kurzem so viel Spaß machte. Es war mein Reich, da musste nicht jeder seine Nase reinstecken. Der Andrang der Besucher ließ dann auch nach, es waren alle da.

Wir aßen zusammen, lauter leckere Sachen waren da auf dem Tisch gelandet. Nicht für viel Geld hätte ich mich in die Küche gestellt, um das alles selbst zu machen. So hatte jeder ein bisschen Arbeit, und keiner war gestresst. Kurz vor Mitternacht suchte ich meine Kinder. Die hatten sich mit dem Nachwuchs der Gäste in ihre Zimmer zurückgezogen. Sie spielten eifrig, hatten ihre eigene Party. Nur Sven war eingeschlafen. Friedlich schlummernd lag er auf seinem Teppich, neben der Rennbahn vom Papa. Schnell ein Foto gemacht, den Kleinen ins Bett verfrachtet und dann den Sekt vorbereitet. Die Gläser waren kaum gefüllt, erklang schon der vielstimmige Countdown. Nach dem Feuerwerk, das übrigens wunderschön war, und von unserem Hund gar nicht zur Kenntnis genommen wurde, saßen wir noch bis in die Morgenstunden zusammen. In der alten Wohnung hätte das nur Krach mit den Nachbarn gegeben. Eigener Herd ist doch Goldes Wert.