Archive for the 'Die alte Wohnung' Category

Wohnung: Mietrecht und Renovierung

Montag, Oktober 26th, 2009

Wer eine Wohnung gemietet hat, muss sich früher oder später zwangsläufig auch mit dem Mietrecht auseinandersetzen. Manche Mieter haben beispielsweise etwas an der jährlichen Abrechnung der Nebenkosten auszusetzen. Hier kann das Mietrecht helfen. Man sollte sich dafür aber jemanden suchen, der Ahnung damit hat. Das muss nicht gleich ein Anwalt sein, eine Verbraucherschutzorganisation oder der Mieterbund reichen hier in der Regel vollkommen aus. Vor allem beim Auszug aus einer Mietwohnung gibt es häufiger Probleme.

Die Wohnung muss besenrein übergeben werden, das steht in vielen Mietverträgen. Was genau man aber unter besenrein versteht, wissen längst nicht alle Mieter. Und Vermieter können sich dieses Unwissen durchaus zunutze machen. Besenrein heißt nichts anderes, als das die Mietwohnung in einem sauberen, gefegten Zustand verlassen werden muss. Viele Vermieter verlangen vom Ex-Mieter, dass er die Wohnung renoviert. Das ist aber nur dann zulässig, wenn das im Mietvertrag ausdrücklich festgehalten ist. Das oben schon erwähnte besenrein reicht hier bei Weitem nicht aus. Aber es gibt auch noch andere Formulierungen, die auf den ersten Blick eine Pflicht zur Renovierung vermuten lassen.

Bei vielen Wohnungen, die zur Miete bewohnt werden, ist das aber trotzdem nicht so. Verlangt der Vermieter beispielsweise die Rückgabe der Wohnung in bezugsfertigen Zustand, so ist damit lediglich gemeint, dass der Nachmieter sofort einziehen kann. Renovieren muss man deswegen nicht. Auch wenn der Vermieter die Wohnung in den Ursprungszustand zurückversetzt haben will, muss man nicht renovieren. Umbauten, die man während der Mietzeit getätigt hat, müssen in diesem Fall allerdings vom Mieter wieder rückgängig gemacht werden. Man sollte deshalb vorher genau im Mietvertrag nachschauen.

Taubendreck auf dem Balkon der alten Wohnung

Donnerstag, Oktober 22nd, 2009

Lange Zeit hatten wir in der alten Wohnung Ruhe, doch schon beim Einzug hatten uns Nachbarn erzählt, dass öfters einmal Tauben die Angewohnheit hatten, sich in unserem Wohngebiet einzunisten. Dann war binnen Tagen alles voller Taubendreck. Sobald ich eines der Tiere zu Gesicht bekam, war ich voller Panik, doch erst, als sich die gurrenden Zeitgenossen beim Nisten auf unserem Dach erwischte, wusste ich, dass nun die Zeit gekommen war, etwas zu unternehmen. Sofort informierten wir Mieter unsere Vermieter, denn die Wohnung, die wir bewohnten, hatte einen anderen Besitzer, als andere im Haus.

Der Vermieter war ratlos, willigte aber ein, eine Hausversammlung aus allen Beteiligten beizuwohnen. Nicht nur wir, sondern auch andere Mieter hatten sich schon über das Thema Taubenabwehr informiert. Wir wollten kein sinnloses Morden der Tiere bezwecken, sondern einfach, dass sich die Tiere woanders ansiedelten, wo sie nicht für Krankheiten und Unrat sorgten. Warum auf dem Dach über den Wohnungen noch keine Netze oder Drähte angebracht waren, verstanden wir allesamt nicht. Bei der Hausversammlung stellte sich heraus, dass damals mit Gift gearbeitet wurde. Schon wegen unseren Kindern wollten wir das diesmal nicht. Überraschender Weise erklärten sich alle Besitzer von Wohnungen in unserem Haus bereit, eine vernünftige Taubenabwehr zu finanzieren. Sie sahen ein, dass es wirklich besser war, jetzt etwas für Haus und Wert zu tun, als dann in einigen Monaten für riesige Renovierungen bezahlen zu müssen. Es war in wenigen Tagen erledigt. Die Tauben haben sich bald andere Wohnungen für ihre Jungen gesucht. Wir waren froh, denn der Taubendreck war einfach ein lästiges Übel.

Erinnerungen an das Zusammenziehen in der alten Wohnung

Montag, Oktober 12th, 2009

In unserer alten Wohnung lebten mein Mann und ich schon zusammen, als wir noch nicht verheiratet waren. Als wir beschlossen, zusammen zu ziehen, fassten wir auch den Beschluss, beide Single Wohnungen aufzugeben, um uns ein gemeinsames Reich von Grund auf einzurichten. Die Wohnung war schnell gefunden. Dann aber ging es darum, welche Sachen jeder aus seiner alten Bleibe mitbringen sollte und was neu angeschafft werden musste. Meinem Mann gefielen meine Möbel absolut nicht. Mir waren die Möbel eigentlich zu diesem Zeitpunkt egal, ich wollte nur nicht, dass die komischen Modellautos und die Poster den Haupteindruck in unserem gemeinsamen Wohnzimmer bilden sollten. Da hing doch tatsächlich der Haussegen schon vor dem Zusammenziehen schief. Einmal haben wir uns so gestritten, dass wir uns beinahe gleichzeitig an den Kopf warfen, dass sich das mit dem Zusammenziehen erledigt hätte.

Kompromisse konnten wir nur schaffen, weil unsere Eltern beschwichtigten. Mich überzeugten sie, dass es besser war, einige Modellautos aufzustellen, als leere Regale im Wohnzimmerschrank zu haben. Mein Mann bekam eine Standpauke, die darüber handelte, dass es besser sei, meine Möbel zu akzeptieren, als sofort für tausende von damals noch D-Mark neue anzuschaffen. Noch sei ja nicht sicher, dass wir zusammenbleiben würden.

Als die Wohnung eingerichtet war, war dann immer noch nicht gleich alles ein einziges Honiglecken. Der Alltag zu zweit war ja nun nicht mehr von den Nächten in der Single Wohnung unterbrochen. Man aß, duschte, schlief zusammen in einer Wohnung. Bis sich das eingespielt hatte, musste noch einiges an Kompromissen geschlossen werden, mussten einige Erwartungen gebremst werden. Heute lachen wir darüber, wie hitzköpfig wir damals doch noch waren.

Ehestreit in der alten Wohnung

Sonntag, Oktober 4th, 2009

Oft und manchmal auch gerne denken mein Schatz und ich noch an das Leben in der alten Wohnung zurück. Sie hat uns doch immer eine Heimat gegeben, auch wenn manche unschöne Erinnerungen damit verbunden sind. Kein Ehepaar denkt gerne an Streitereien zurück, vor allem, wenn sie laut und unschön waren. Auch im neuen Haus gibt es Streit, das ist, wie ich denke, ganz normal in einer Ehe. Die Enge der alten Wohnung war aber leider ein Grund für Zeiten in unserer Beziehung, in der diese alles andere als ein Honigschlecken war.

Unordnung kann zu einem Problem werden. Ist eine Wohnung zu klein, sammelt sich bei bestem Willen ein Chaos an, dem man nicht Herr werden kann, weil einfach kein Platz ist. Die Räume sind vollgestopft, der Terminplan ist eng gestrickt. Man kann sich zudem kaum aus dem Weg gehen, um einmal für sich zu sein. Dass in einer solchen Situation die Gemüter manchmal überkochen, ist nur normal. Allerdings gehören mein Mann und ich eher zur temperamentvollen Sorte Mensch, so dass es manchmal laut und hoch hergeht. Wir haben uns immer bemüht, das wenigstens nicht vor den Kindern auszutragen. Leider ist das in der alten Wohnung nicht immer möglich gewesen.

Irgendwann haben wir uns geschworen, dass wir niemals ins Bett gehen werden, ohne uns wenigstens „Gute Nacht“ gesagt zu haben. Schicksale aus dem Bekanntenkreis zeigten uns, dass es manchmal nicht möglich war, sich noch zu versöhnen. Das sollte uns nicht passieren. Im neuen Haus hat sich die Situation im Vergleich zur alten Wohnung deutlich entspannt. Jeder hat seinen Bereich, in den er sich zurückziehen kann; da ist der Frust gleich halb so groß.

Unfall in der Wohnung

Mittwoch, September 30th, 2009

Als meine Schwiegermutter in ihrer Wohnung von einem Hocker gestürzt ist, musste ich wieder daran denken, wie es mir erging. Sie hatte sich, wie auch ich damals, einen komplizierten Bruch im Arm zugezogen, der sogar operiert werden musste. Nun war sie kaum fähig, sich zu bewegen, weil sie den Arm in einem festen Klammerverband tragen musste.

Auch ich hatte schon einen solchen Verband, bei dem der Arm fest an den Körper gebunden wird, dass man ihn nicht bewegen kann. Ich war damals, wie auch meine Schwiegermutter, beim Fensterputzen von einem Hocker gestürzt. Das schlimme dabei war aber nicht der Unfall an sich, sondern die Tatsache, dass ich weder ein Telefon erreichen konnte, noch jemand mein Rufen gehört hatte. Zwei ganze Stunden lag ich da, konnte mich nicht aufrichten, nicht aufstehen. Als dann endlich meine Nachbarin in der alten Wohnung meine Hilferufe hörte, war ich schon nahe am Durchdrehen.

Meine Schwiegermutter hatte das Glück, dass der Vater meines Mannes in der Nähe war und gleich den Notarzt rufen konnte. Beide durften wir mit dem Sanka in das Krankenhaus. Ich hoffe, dass der Armbruch meiner Schwiegermutter genau so glimpflich und ohne Folgen verheilt, wie meiner.

Unfälle im Haushalt geschehen immer wieder. Leider gehen manche davon auch nicht nur mit einem Knochenbruch aus. Ich werde wohl die nächste Zeit ziemlich oft in der Wohnung meiner Schwiegermutter sein, um dort zu helfen. Sie hat zwar nette Nachbarinnen, aber manche Dinge möchte man eben doch lieber nur von vertrauten Personen machen lassen. Unter anderem muss ich ihr ja auch beim Duschen helfen. Aber man macht es ja gerne.

Antike Möbel für die Wohnung

Dienstag, September 22nd, 2009

Neulich hatte ich eine Diskussion mit einer Arbeitskollegin. Es ging um die Art, wie man eine Wohnung einrichtet. Sie selbst war absolut begeistert von antiken Möbeln. Ich wiederum fand die alten Stücke wunderschön anzusehen, hielt aber selbst nicht viel davon. Nicht in meiner Wohnung. Meine Kinder sollten nicht als eine der wichtigsten Aussagen ihrer Eltern den Satz: „Pass auf die gute Couch auf!“ hören. Unsere Möbel waren gut, nicht zu modern, nicht zu spießig. Als ich meine Argumente vorbrachte, war die Kollegin beinahe pikiert. Ich erklärte mich weiter. Was man doch alles mit dem Geld machen könne, denn richtige antike Möbel seien ja auch nicht billig. Sie entgegnete, dass es doch ein Zeichen von Status und Wohlstand sei, wenn man sich so schön, wie möglich, einrichtete.

Beinahe kam es mir vor, als fühle sich die Kollegin persönlich angegriffen. Dabei wollte ich doch nur meine Meinung äußern, nämlich darüber, wie unzweckmäßig ich antike Möbel für eine Wohnung halte, in der Kinder und Haustiere ihr sprichwörtliches Unwesen treiben. Ich weiß nicht, ob ich meine Meinung einmal ändern würde, wenn ich älter werde. Am Abend erzählte ich meinem Mann von dem Gespräch. Auch er stimmte mir zu, dass er antike Möbel nicht in der Wohnung haben wolle. Er ging noch weiter und meinte, so etwas gehöre in ein Schloss oder ein anderes historisches Gebäude. Unsere Wohnung gefiel uns. Es war unser Reich, nicht unser Statussymbol.

Am nächsten Tag entschuldigte ich mich bei meiner Kollegin, weil ich vielleicht doch etwas zu harsch meine Meinung über Wohnung und antike Möbel kundgetan hatte. Sie meinte: „Schwamm drüber! Jeder nach seiner Fasson, oder?“

Wohnung und Miete vs. Immobilien als Eigentum

Montag, September 14th, 2009

Als wir so mit unseren neuen Freunden, die jetzt in unserer alten Wohnung lebten, zusammen saßen, diskutierten wir auch, was es für Vor- und Nachteile hatte, ein eigenes Haus zu besitzen, beziehungsweise in Miete zu leben.

Für beide Parteien stand fest, dass es bedeutend sorgloser war, in Miete zu leben. Die Wohnung übernahm man fix und fertig, wenn etwas kaputt war, informierte man Hausmeister beziehungsweise Vermieter. Man brauchte sich um das Heizöl keine Sorgen zu machen, stand in keinerlei Verpflichtung, außer dass man vor dem Auszug rechtzeitig kündigen musste. Kam man mit den Nachbarn zu Recht, war es also eigentlich das bedeutend stressfreiere Leben, eine Wohnung zu mieten.

Das Gegenargument, das auf den Tisch kam, war, dass man ein Leben lang eine Menge Geld bezahlte, was aber dann niemals das „Eigene“ war, wie Immobilien, die man sich hart erarbeiten musste, die der Familie aber dann irgendwann gehörten, wenn nichts dazwischen kam. Die plötzliche Arbeitslosigkeit meines Mannes wurde wieder zum Thema, als es um das Risiko ging: Es wäre damals nur eine Frage der Zeit gewesen, bis wir uns die Raten nicht mehr hätten leisten können, wenn mein Mann nicht so schnell wieder Arbeit gefunden hätte.

Auch die Arbeit, die mit den eigenen Immobilien immer verbunden war, war eigentlich ein Gegenargument. Wir schilderten unseren Freunden aber, wie viel Spaß die meisten Arbeiten an Haus und Garten machten, und entkräfteten das Argument auf diese Weise sehr schnell. Man arbeitet in den eigenen Immobilien ja schließlich zum eigenen Nutzen. In der gemieteten Wohnung hat man dieses Gefühl der Zufriedenheit nicht.

Neue Freunde in der alten Wohnung

Donnerstag, September 10th, 2009

Immer wieder hatten wir noch Kontakt zu den Nachbarn aus unserer alten Wohnung. Bei einem Treffen lernten wir dann auch unsere Nachmieter kennen. Bereits auf den ersten Blick erschienen uns die Leute sehr sympathisch. Bei dem Abendessen, das von unseren Nachbarn organisiert wurde, beschlich uns ein komisches Gefühl. Nicht, dass wir nicht im neuen Haus wirklich eingelebt hatten. Dennoch war immer noch ein heimeliges Gefühl mit dem Betreten des Mietshauses verbunden, was ja nicht ausbleibt, wenn man dort Jahre lang sein Auf und Nieder hatte.

Während des Essens stellte sich heraus, dass die neuen Mieter in „unserer“ Wohnung nicht lange bleiben wollten. Auch sie hatten vor, nach der Hochzeit mit dem Bau des eigenen Hauses zu beginnen. So war gleich ein Gesprächsthema vorhanden. Es war eine lustige Runde, die wir mit einer Gegeneinladung verließen. Auf dem Nachhauseweg unterhielten wir uns, dass wir froh waren, ins neue Haus einziehen zu können, aber dennoch die Atmosphäre vermissten, in der wir damals gelebt hatten. Man kommt doch öfter einmal ins Gespräch, wenn man sich im Treppenhaus begegnet. Dies fehlte in der neuen Nachbarschaft, die sich erst langsam ansiedelte immer noch. Sicher gab es das eine oder andere Gespräch über den Gartenzaun, aber von wirklich intensiver Nachbarschaft, wie wir sie kannten, war noch keine Rede.

Als die Nachmieter unserer alten Wohnung das erste Mal bei uns zu Besuch waren, waren wir uns einig, dass es wirklich ein schöner Zufall war, dass wir uns kennengelernt hatten. So gewannen wir neue Freunde, die sich übrigens um ein Baugrundstück in unserer Nähe bemühen.

Good bye, alte Wohnung!

Samstag, August 8th, 2009

Es ist so weit! Es ist geschafft! Der Umzug steht vor der Türe. Am nächsten Wochenende packen wir! Die Kinder sind aufgeregt ohne Ende, sie müssen aber noch einmal einige Tage zu den Großeltern. Zusätzlichen Stress wollen wir vermeiden, und der entsteht ganz sicher, wenn  die Kinder im Weg herum rennen. Unsere eigene Immobilie ist fertig! Ich kann es kaum fassen. Gestern haben wir mit einer Flasche Wein angestoßen.

Dabei redeten wir etwas über das letzte, große Vorhaben in Sachen Eigenheim. Am Freitag wollen wir alles packen. Am Samstag früh kommen alle Freunde, die nicht gerade auf Reisen sind, um die Möbel abzubauen und beim Schleppen zu helfen. Der LKW ist bestellt. Die Checkliste wurde eben noch einmal durchgegangen, wir haben wohl nichts vergessen. Kartons sind vorhanden, Verpackungsmaterial auch und auch an Helfern dürfte es nicht mangeln. Bis Samstag Abend sollten alle Möbel stehen. Eingeräumt wird dann am Sonntag, der dann auch gleich der erste Tag im neuen Haus sein wird. Der Plan ist, dass die Großeltern unsere Kinder am Nachmittag bringen. Sie dürfen ihre Zimmer selbst einräumen. Sie können es wirklich kaum noch erwarten, aber auch Torsten und ich sind wirklich freudig erregt.

Ich bete: Es soll nicht regnen, keiner soll sich verletzen, niemand krank werden. Wenn es einen Gott gibt, gehen keine Möbel kaputt, keine Kartons verloren und auch sonst nichts zu Bruch. Es sind nur noch wenige Tage, bis es endlich soweit ist. Wie oft haben wir auf dem Weg zur eigenen Immobilie davon geredet, einfach alles stehen und liegen zu lassen, um Last Minute nach irgendwo abzuhauen. Es ist gut, dass wir es nicht getan haben: Wir sind fertig! Hoffentlich funktioniert das Internet im neuen Haus bald! Blog must go on!

Zustände, wie in der alten Wohnung

Donnerstag, Juli 30th, 2009

Ich bin krank. Eine Sommergrippe. Und irgendwie habe ich doch immer das Glück, dass immer dann niemand Zeit hat, einzuspringen, wenn ich wirklich einmal jemanden brauche. Mag sein, dass das nun ungerecht ist. Aber wie sonst soll ich es verstehen, wenn meine Mutter lieber wandern geht, meine Schwiegermutter ihren Bridge Nachmittag nicht absagen will, wo ich aber doch mit über 39 Grad Fieber im Bett liegen sollte. Statt dessen quäle ich mich durch den Tag, bin gereizt und schlapp, fix und fertig eben. Mein Mann konnte keinen Urlaub nehmen, ein Kollege war ebenfalls krank. Außerdem hatten wir die Gutmütigkeit des Chefs während der ersten Wochen seiner neuen Anstellung durchaus ausgereizt. Seine besorgten Anrufe machen mich noch gereizter, als ich ohnehin schon bin.

Ich will niemanden dazu zwingen, meinen Haushalt zu führen, aber versteht denn niemand, dass ich einfach nur Ruhe brauche und nicht drei Kinder und einen Hund versorgen kann, wenn ich kaum gerade stehen kann? Mein Vater will mir nicht einmal Kopfschmerztabletten aus der Apotheke holen, weil er dazu sein Auto aus der Garage holen müsste. Der Zorn macht alles noch schlimmer. Heute Vormittag habe ich schon kalt geduscht, aber es wird und wird nicht besser. Würde ich so reagieren, wäre die Hölle los.

Die Kinder fragen mich nur etwas, und schon könnte ich an die Decke gehen. Meine Lunge brennt, mein Hals tut weh und die Kopfschmerzen wollen und wollen nicht vergehen. Dass die Arbeit liegen bliebt, ist ja kein Problem, das kann ich nachholen, aber kann mir nicht wenigstens jemand eine Stunde lang die Kinder abnehmen, dass ich zum Arzt fahren kann? Mein Chef murrte auch rum, als ich mich krank meldete. „Lassen Sie mir das nicht zur Gewohnheit werden, ich verlasse mich auf Sie!“ Und das, nachdem ich die letzten Wochen schon die doppelte Stundenzahl, für die ich eingestellt wurde, gerackert habe. Außerdem bin ich nur krank, weil es mich auf dem Heimweg von den Überstunden abgeregnet hat.

Schon nach einem einzigen Tag herrschen hier Zustände, wie in der alten Wohnung, als wir mitten im Bau waren. Mein werter Gatte hat vor lauter Sorge um mich sein Frühstücksgeschirr liegen gelassen, Der Pyjama im Badezimmer auf dem Boden, das nasse Handtuch in der Dusche. Auch die Kinder hatten Chaos gemacht, wo sie nur einen Schritt gemacht haben. Zu allem Überfluss hatte meine liebe Familie unseren Dackel und seine Morgentoilette nicht als ihre Aufgabe betrachtet. Als ich aufstand, war der Gang überschwemmt und mein Bello mehr als schuldbewusst. Ich schimpfte den Hund nicht. Jedes Wort, das ich sage, hämmert in meinem Kopf.

Als die Kinder zu Hause waren, und sich in ihren Zimmern verzogen, um Hausaufgaben zu machen, rief ich den Arzt an. Zu essen gab es das, was es sonst nur in äußersten Notfällen gab: Eine Dose Ravioli; zu mehr war ich heute Mittag nicht in der Lage. Der Arzt hatte wie immer Mittwoch Nachmittags, zu. Seine Vertretung konnte erst am Abend kommen, so lange muss ich mich jetzt gedulden. Ins Bett gehen und die Kinder sich selbst überlassen? Nein. Aber durchhalten ohne ein einziges Medikament im Haus? Das wird schwer. Ich sehe seit Stunden der Uhr beim Ticken zu. Die zeit vergeht so langsam, wenn man etwas herbei sehnt. Sofort, wenn ich den Schlüssel von Torsten in der Türe höre, werde ich ins Bett gehen. Der Arzt kommt, dann kriege ich Medikamente. Dann ist das alles hoffentlich etwas besser. Ob ein Bad im Whirlpool in meinem Zustand gut ist? Ein Tee ist eine gute Idee. Warum bin ich da nicht schon eher drauf gekommen? Oh Gott, sieht die Wohnung aus! Na, vielleicht kann ich mich ja jetzt ein wenig aufraffen. Es tut gut, sich die schlechte Laune von der Seele zu schreiben.