Spione im Haus
Samstag, Dezember 19th, 2009Die Zeit reicht heute nicht für einen langen Roman. Ich muss nur eben berichten, dass meine Kinder Spione vor dem Herrn sind. Ich war auf dem Weg zum Einkaufen, hatte aber beim Portemonnaie vergessen. Also drehte ich um und fuhr noch einmal heim. Es war verdächtig ruhig. Meine Kinder wollten die Viertelstunde, die ich beim Metzger und Bäcker brauchen würde, sinnvoll nutzen. Sie sind doch tatsächlich auf die Suche nach ihren Weihnachtsgeschenken gegangen.
Im Schlafzimmer, mit hochroten Köpfen, vor dem geöffneten Kleiderschrank, habe ich sie entdeckt. Der kleine Sven hat sich hinter dem Wasserbett versteckt. Schuldbewusst gestanden sie mir den Grund dafür. Als Strafe verdonnerte ich sie zu Hausarrest; wieder eine Premiere im neuen Eigenheim. Ob das angesichts der tollen Zimmer, die sie haben, wirklich eine Strafe ist, weiß ich nicht. Unsere Kinderzimmer sahen definitiv anders aus. Wir hatten viel weniger Spielzeug, ganz andere Möbel, aber das ist Schnee von gestern. Ich war erbost und enttäuscht, aber auf der anderen Seite konnte ich natürlich nicht wirklich lange böse sein. Bis zum Abend schmollten die Kinder in ihren Zimmern.
Torsten kam nach Hause, da konnte ich schon wieder lachen, als ich ihm die Geschichte unserer Entdecker erzählte. Auch von ihm gab es mahnende Worte, aber dann war es auch gut. Torsten konnte sich nämlich gut daran erinnern, dass auch er jedes Jahr versucht hatte die Weihnachtsgeschenk zu finden. Lieber gesunde und freche Kinder, als solche, die zu still und brav sind!